1996 bis 2003

Diskontinuierlich wechselnde Schwerpunktsetzungen für besonders förderfähige Zielgruppen durch Arbeitsverwaltung, sowie Bundes und Landespolitik, ständiger Wechsel der Rahmenbedingungen seitens des Gesetzgebers, unklare Regelungen der steuerlichen Behandlung der Gesellschaften, diskontinuierliche, restriktive und rückläufige Fördermittelbudgetierung, kontinuierliche Verkomplizierung der Antrags- und Abrechungsverfahren u.a.m. sorgten jedoch auch zu steigende Kosten und steigenden Aufwand. Eine kontinuierliche und zukunftsorientierte Arbeit war zu dieser Zeit nicht möglich und sicher auch nicht gewünscht.

In den Jahren vor 1996 war überwiegend das Arbeitsamt und deren Leistungsberechtigter Personenkreis Ansprechpartner des Aufbauwerkes der Region. Etwa ab diesem Zeitraum definierte sich die Zielgruppe des Handelns verstärkt auch aus Personen die im Leistungsbezug der Sozialverwaltung standen. Dadurch gewannen neben einem großen Anteil an sog. ABM-Kräften, die Beschäftigung und Qualifizierung von Sozialhilfeempfängern zunehmend an Bedeutung.

Seit 1998 werden über das Aufbauwerk der Region verschiedene Projekte für Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosenhilfeempfänger mit ergänzender Sozialhilfe an unterschiedlichen Standorten durchgeführt. Grundlage dafür ist der §18 des Bundessozialgesetzes "Hilfe zur Arbeit". Die Projekte verfolgten das Ziel, über Beschäftigungen und Bildung Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern Chancen auf dem so genannten ersten und zweiten Arbeitsmarkt einzuräumen. Die Projektteilnehmer sollen dabei befähigt werden, sich als gleichberechtigte Bewerber auf dem Arbeitsmarkt zu fühlen und als solche aufzutreten. Dies soll zum einen durch die fachliche Qualifizierung in den Projekten, zum anderen durch die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Motivation zur Eigeninitiative im Rahmen der sozialpädagogischen Betreuung ermöglicht werden.

Neben den bereits bekannten QAS-Projekten (Qualifizierung und Arbeit statt Sozialhilfe) startete Anfang Dezember 1999 erstmals ein Projekt SAM (Strukturanpassungsmaßnahme). Während an den bisherigen Projekten nur Sozialhilfeempfänger teilnehmen konnten, wurde das SAM-Projekt speziell für Arbeitslosenhilfeempfänger mit ergänzender Sozialhilfe erstellt. Im Unterschied zu den QAS-Projekten beteiligt sich bei den SAM-Projekten auch das Arbeitsamt an der Finanzierung in Kooperation mit dem Europäischen Sozialfond (ESF) und dem Sozialamt.

Im Jahr 2000 konnte ein juristisch selbstständiges Unternehmen mit insgesamt 5 Dauerarbeitsplätzen geschaffen und wettbewerblich am Markt positioniert werden.

Neben seinem Stammsitz in Riesa und einem Stützpunkt in Großenhain konnte das Aufbauwerk im Jahr 2002 eine weitere Geschäftsstelle in Meißen einrichten. Nachdem im Landkreis Meißen 2002 die Regionale Wirtschaftsförderung (WRM GmbH) ins Leben gerufen wurde, gewann auch diese Zusammenarbeit zusätzlich an Bedeutung, um die Arbeit der Wirtschaftsförderung und der Arbeitsförderung noch besser miteinander zu verknüpfen.

Die Hochwasserkatastrophe 2002 hatte natürlich auch auf die Arbeit des Aufbauwerkes starken Einfluss. Zusätzlich zur ursprünglichen Planung wurden 100 neue Stellen zur Unterstützung bei der Beseitigung von Hochwasserschäden geschaffen. Neben Projekten in den Gemeinden Diesbar-Seußlitz und Glaubitz (im Landkreis Riesa-Großenhain) wurde im Landkreis Meißen ein Pool von 65 Hilfskräften gebildet. Dieser sollte zunächst bis Dezember ausschließlich in insgesamt 30 klein- und mittelständigen Unternehmen des Kreises Meißen arbeiten. Der Arbeitsschwerpunkt lag in den Städten Nossen und Meißen. Damit wurde geholfen in den Unternehmen schnell und unbürokratisch praktische Hilfe zu leisten. Hierbei konnte erstmalig auch erfolgreich die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises in der Praxis erprobt und angewendet werden. Für die
mittelfristige Beseitigung von Folgen des Hochwassers, sowie für die Ergreifung von geeigneten Maßnahmen zum Schutz von Natur und Umwelt vor Hochwasserschäden, wurden bereits für 2003 entsprechende Projekte entwickelt.